Cremige Kartoffelsuppe mit Hackfleisch – herzhaft, sättigend und perfekt für gemütliche Tage
Es gibt Gerichte, bei denen ich schon beim ersten Löffel weiß, dass ich sie wieder kochen werde. Diese Kartoffelsuppe gehört definitiv dazu. Ich hatte ursprünglich einfach nur eine klassische Kartoffelsuppe geplant, wie man sie seit Jahren kennt: Kartoffeln, Möhren, Zwiebeln, etwas Brühe und vielleicht ein bisschen Sahne. Im Kühlschrank lag allerdings noch Hackfleisch, das wegmusste, und so kam es spontan mit in den Topf. Im Nachhinein war das wahrscheinlich die beste Entscheidung, denn dadurch wurde aus einer einfachen Suppe ein richtig herzhaftes Abendessen.
Besonders gut gefällt mir, dass die Kartoffeln nicht komplett püriert werden. Ich mag es, wenn man beim Essen noch richtige Kartoffelstücke auf dem Löffel hat und dazwischen das kräftig angebratene Hackfleisch findet. Die Brühe wird trotzdem wunderbar cremig, weil ein kleiner Teil der Kartoffeln beim Kochen zerfällt und später Sahne und etwas Schmand dazukommen. Dazu Möhren für eine leichte Süße, Zwiebeln und Knoblauch für den herzhaften Geschmack und ein wenig Paprikapulver. Mehr braucht es eigentlich gar nicht.
Beim ersten Mal hatte ich einen ziemlich großen Topf gekocht und dachte noch, dass die Menge locker für den nächsten Tag reichen würde. Am Abend stand dann allerdings jeder noch einmal mit seinem Teller in der Küche. Am nächsten Mittag war genau eine kleine Portion übrig. Seitdem mache ich lieber gleich etwas mehr, denn aufgewärmt schmeckt diese Suppe fast noch besser.
Zutaten
Für etwa 5–6 Portionen:
800 g Kartoffeln
400 g Hackfleisch, gemischt oder Rinderhack
2 mittelgroße Möhren
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 kleine Stange Sellerie, optional
2 EL Butter oder Öl
2 EL Mehl
800 ml Gemüse- oder Fleischbrühe
250 ml Milch
200 ml Sahne
100 g Schmand oder saure Sahne
1 TL Paprikapulver, edelsüß
½ TL getrockneter Majoran
Salz
schwarzer Pfeffer
eine kleine Prise Muskatnuss
etwas Petersilie zum Servieren
Wer es gerne etwas kräftiger mag, kann zusätzlich eine kleine Prise geräuchertes Paprikapulver oder Chili verwenden. Beim Salz würde ich am Anfang eher vorsichtig sein, besonders wenn die verwendete Brühe bereits recht salzig ist.
Zubereitung
Zuerst schäle ich die Kartoffeln und schneide sie in nicht zu kleine Würfel. Etwa zwei Zentimeter sind meiner Erfahrung nach ideal. Sind die Stücke zu klein, zerfallen sie später vollständig und man bekommt eher eine Kartoffelcremesuppe. Die Möhren werden ebenfalls geschält und klein gewürfelt oder in dünne Scheiben geschnitten. Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Wer Sellerie verwendet, schneidet ihn ebenfalls klein.
Nun einen großen Suppentopf erhitzen und etwa einen Esslöffel Öl hineingeben. Das Hackfleisch dazugeben und zunächst einen Moment liegen lassen, bevor man es zerteilt. Dadurch bekommt es ein paar schöne braune Stellen und schmeckt später wesentlich kräftiger. Anschließend mit einem Kochlöffel grob auseinanderbrechen und mehrere Minuten anbraten. Ich mache das Hackfleisch bewusst nicht zu fein. Kleine gebräunte Stückchen passen meiner Meinung nach viel besser zu den Kartoffeln.
Das fertig angebratene Hackfleisch kurz aus dem Topf nehmen und auf einen Teller geben. Im gleichen Topf die Butter erhitzen. Zwiebeln und Möhren hineingeben und ungefähr vier bis fünf Minuten bei mittlerer Hitze anschwitzen. Wenn Sellerie verwendet wird, kommt er ebenfalls jetzt dazu. Erst anschließend den Knoblauch hinzufügen und ungefähr eine halbe Minute mitbraten. Er soll duften, aber nicht dunkel werden, sonst kann er bitter schmecken.
Jetzt streue ich zwei Esslöffel Mehl über das Gemüse und rühre alles gründlich durch. Das sieht zunächst etwas trocken aus, ist aber völlig normal. Das Mehl sorgt später dafür, dass die Suppe diese schöne cremige Konsistenz bekommt, ohne dass man Unmengen Sahne verwenden muss. Nach ungefähr einer Minute langsam die Brühe angießen und dabei ständig umrühren, damit keine Klümpchen entstehen.
Danach kommen Kartoffeln, Paprikapulver, Majoran, etwas Pfeffer und eine kleine Prise Muskat in den Topf. Alles einmal kräftig aufkochen lassen, anschließend die Temperatur reduzieren und die Suppe bei leicht geöffnetem Deckel ungefähr 15 bis 20 Minuten köcheln lassen. Die Kartoffeln sollten weich sein, aber noch nicht vollständig auseinanderfallen.
An diesem Punkt mache ich etwas, das die Konsistenz meiner Meinung nach deutlich besser macht: Ich nehme zwei oder drei Kellen Kartoffeln mit etwas Brühe aus dem Topf, zerdrücke sie grob mit einer Gabel und gebe sie anschließend wieder zurück. Man kann alternativ einen Kartoffelstampfer direkt zwei- oder dreimal vorsichtig im Topf benutzen. Die Suppe wird dadurch deutlich sämiger, behält aber trotzdem genügend Kartoffelstücke.
Nun das angebratene Hackfleisch wieder hineingeben. Milch und Sahne hinzufügen, alles gründlich umrühren und noch einmal etwa fünf Minuten auf niedriger Stufe ziehen lassen. Die Suppe sollte jetzt nicht mehr wild kochen. Zum Schluss den Schmand unterrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Falls sie zu dick geworden ist, einfach noch einen kleinen Schluck Brühe oder Milch dazugeben. Ist sie dagegen noch etwas dünner als gewünscht, lasse ich sie einige Minuten ohne Deckel stehen beziehungsweise ganz leicht weiterköcheln. Kartoffeln binden ohnehin noch Flüssigkeit, besonders wenn die Suppe später etwas abkühlt.
Direkt vor dem Servieren kommt bei mir reichlich gehackte Petersilie darüber. Dazu brauche ich eigentlich nur noch ein Stück frisches Bauernbrot oder ein knuspriges Brötchen. Wer es noch deftiger möchte, kann etwas geriebenen Käse auf die heiße Suppe geben. Cheddar oder würziger Bergkäse schmelzen besonders schön und machen sie natürlich noch üppiger.
Was ich an diesem Rezept besonders praktisch finde: Man kann es problemlos verändern. Wenn noch Lauch im Kühlschrank liegt, kommt eine halbe Stange mit hinein. Auch Erbsen passen erstaunlich gut dazu. Statt Hackfleisch funktionieren kleine Bratwurststücke oder gebratene Speckwürfel ebenfalls hervorragend. Und wenn ich die Suppe etwas leichter haben möchte, lasse ich den Schmand weg und ersetze einen Teil der Sahne einfach durch Milch.
Einen Fehler würde ich allerdings vermeiden: die Kartoffeln zu lange zu kochen. Beim ersten Versuch hatte ich die Suppe nebenbei auf dem Herd stehen und völlig vergessen. Geschmacklich war sie immer noch gut, aber von den Kartoffeln war anschließend kaum noch etwas übrig. Seitdem prüfe ich nach etwa 15 Minuten mit einer Gabel. Sobald sie ohne großen Widerstand hineingeht, reicht es meistens.
Auch beim Aufwärmen sollte man nicht die höchste Stufe verwenden. Durch Milch und Sahne wird die Suppe bei starker Hitze schnell sehr dick und kann am Topfboden ansetzen. Lieber langsam erwärmen und bei Bedarf zwei oder drei Esslöffel Milch oder Brühe dazugeben. Im Kühlschrank hält sie sich gut verschlossen ungefähr zwei Tage.
Für mich ist das inzwischen genau die Art von Essen, die ich an einem kühlen oder regnerischen Tag haben möchte: unkompliziert, ordentlich sättigend und so cremig, dass man automatisch noch einen zweiten Löffel nimmt. Und obwohl Kartoffeln und Hackfleisch nun wirklich keine außergewöhnlichen Zutaten sind, schmeckt die Kombination zusammen mit der cremigen Brühe erstaunlich gut.

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