Es gibt Gerichte, bei denen man eigentlich gar nicht viel erwartet – und dann probiert man den ersten Bissen und fragt sofort: „Wie hast du das gemacht?“ Genau so ging es mir mit diesem herzhaften Frühstücks-Gugelhupf.
Meine Schwiegertochter hatte ihn zu einem Brunch vorbereitet. Auf dem Tisch standen natürlich noch Brötchen, Aufschnitt, etwas Obst und Kaffee, aber ganz ehrlich: Nach kurzer Zeit haben eigentlich alle nur noch von diesem Gugelhupf gesprochen.
Von außen sieht er fast ein bisschen wie ein normaler Kuchen aus. Erst beim Anschneiden merkt man, was sich darin versteckt: Brot, Eier, Schinken, Käse, Rösti, Frühlingszwiebeln und eine wunderbar würzige Eier-Sahne-Mischung. Oben wird alles goldbraun, an einigen Stellen knusprig, während das Innere weich und saftig bleibt.
Ich liebe solche Rezepte, weil man aus ganz gewöhnlichen Zutaten etwas macht, das auf dem Tisch trotzdem richtig Eindruck macht.
Und das Beste ist: Man kann fast alles vorbereiten.
Gerade für einen Brunch finde ich das perfekt. Niemand möchte morgens eine Stunde in der Küche stehen, während die Gäste schon am Tisch sitzen. Bei diesem Gericht kann man viele Zutaten vorher schneiden, alles in die Form geben und später nur noch backen.
Ich habe das Rezept inzwischen selbst mehrmals gemacht und ein bisschen angepasst. Die ursprüngliche Version war sehr reichhaltig, deshalb habe ich die Mengen so verändert, dass der Gugelhupf schön saftig bleibt, aber nicht zu schwer wird.
Beim Käse nehme ich gern Gouda oder Cheddar. Man kann auch Emmentaler verwenden oder einfach Reste verschiedener Käsesorten miteinander mischen.
Beim Schinken ist es ähnlich.
Kochschinken funktioniert wunderbar, aber auch gewürfelter Kasseler, gebratener Speck oder Reste vom Sonntagsbraten passen hinein.
Genau diese Flexibilität macht das Rezept für mich so praktisch.
Zutaten
Für eine große Gugelhupfform:
10 große Eier
450 ml Milch
100 ml Sahne
300 g Brot oder Brötchen vom Vortag
200 g gekochter Schinken
250 g Kartoffelrösti oder grob geriebene Kartoffeln
200 g geriebener Käse
3 Frühlingszwiebeln
1 Knoblauchzehe
1 EL Butter
1 EL Öl
1 TL Salz
½ TL schwarzer Pfeffer
½ TL Paprikapulver, edelsüß
1 kleine Prise Muskat
etwas Butter zum Einfetten der Form
Nach Wunsch zusätzlich:
etwas Petersilie oder Schnittlauch
80 g gebratener Speck
einige gewürfelte Paprikastücke
etwas mehr Käse für die Oberfläche
Zubereitung
Zuerst heize ich den Backofen auf 190 °C Ober-/Unterhitze vor.
Die Gugelhupfform fette ich wirklich gründlich mit Butter ein.
Das ist bei diesem Rezept wichtig, weil später Eier, Käse und Brot direkt an der Form liegen. Wenn irgendwo eine trockene Stelle bleibt, kann der Gugelhupf beim Stürzen dort festkleben.
Ich gehe deshalb mit weicher Butter einmal komplett durch die Form, auch in die Vertiefungen und besonders rund um den Mittelring.
Wer eine sehr kompliziert geformte Gugelhupfform hat, kann zusätzlich ganz leicht Semmelbrösel hineinstreuen.
Jetzt kümmere ich mich um das Brot.
Am besten funktioniert Brot oder Brötchen vom Vortag. Sie sind etwas trockener und saugen die Eiermilch besonders gut auf.
Ganz frisches, sehr weiches Brot geht ebenfalls, aber dann wird die Masse manchmal etwas kompakter.
Ich schneide das Brot in ungefähr zwei Zentimeter große Würfel.
Die Stücke müssen nicht perfekt gleichmäßig sein.
Ein paar kleinere und größere Würfel finde ich sogar schön, weil dadurch später verschiedene Strukturen entstehen.
Den Schinken schneide ich ebenfalls in kleine Würfel.
Die Frühlingszwiebeln werden gewaschen und in feine Ringe geschnitten.
Jetzt kommen die Rösti beziehungsweise Kartoffeln dran.
Wenn ich fertige tiefgekühlte Rösti verwende, lasse ich sie vorher etwas antauen.
Man kann aber genauso gut rohe Kartoffeln grob reiben.
Dann drücke ich sie in einem sauberen Küchentuch wirklich gründlich aus.
Kartoffeln enthalten erstaunlich viel Wasser. Wenn man die Flüssigkeit nicht entfernt, wird der Gugelhupf später innen schnell zu feucht.
In einer Pfanne erhitze ich einen Esslöffel Öl.
Die fein gehackte Knoblauchzehe kommt hinein und wird nur ganz kurz angeschwitzt.
Dann gebe ich die Kartoffeln beziehungsweise Rösti dazu.
Bei mittlerer bis kräftiger Hitze ungefähr fünf bis sieben Minuten anbraten.
Sie müssen noch nicht komplett durchgegart sein.
Es reicht, wenn sie etwas Farbe bekommen und einen Teil ihrer Feuchtigkeit verlieren.
Danach nehme ich die Pfanne vom Herd und lasse die Kartoffeln kurz abkühlen.
Jetzt beginnt eigentlich schon das Schichten.
Etwa ein Drittel der Brotwürfel verteile ich auf dem Boden der gefetteten Gugelhupfform.
Darauf kommt ein Teil des Schinkens.
Dann Frühlingszwiebeln, etwas von den gebratenen Kartoffeln und ungefähr ein Drittel des geriebenen Käses.
Anschließend wieder Brot.
Ich schichte so weiter, bis alle Zutaten aufgebraucht sind.
Ein bisschen Schinken und Käse hebe ich mir gern für die obere Schicht auf.
Dabei drücke ich die Zutaten nicht fest zusammen.
Die Eiermilch soll später noch überall dazwischenlaufen können.
Nun kommen Eier, Milch und Sahne in eine große Schüssel.
Mit einem Schneebesen gründlich verquirlen.
Salz, Pfeffer, Paprikapulver und eine kleine Prise Muskat dazugeben.
Hier sollte man beim Salz etwas vorsichtig sein.
Schinken und Käse bringen bereits Würze mit.
Wenn man sehr salzigen Schinken verwendet, reicht manchmal sogar etwas weniger als ein Teelöffel Salz.
Die Eiermischung gieße ich nun langsam über die geschichteten Zutaten.
Nicht alles auf einmal an eine Stelle schütten.
Ich gehe einmal rund um die Form und verteile die Flüssigkeit möglichst gleichmäßig.
Danach lasse ich die Form ungefähr zehn Minuten stehen.
Das Brot braucht diese Zeit, um die Eiermilch aufzunehmen.
Nach fünf Minuten drücke ich die oberen Brotwürfel mit einem Löffel ganz vorsichtig nach unten.
Man soll sie nicht zerquetschen, sondern nur dafür sorgen, dass auch die oberen Stücke etwas Flüssigkeit abbekommen.
Jetzt verteile ich den restlichen Käse und ein paar Schinkenwürfel obenauf.
Die Form kommt anschließend auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Ofens.
Der Frühstücks-Gugelhupf braucht ungefähr 45 bis 55 Minuten.
Nach rund 35 Minuten schaue ich das erste Mal nach.
Wenn die Oberfläche schon sehr dunkel wird, lege ich locker ein Stück Backpapier oder Alufolie darüber.
Der Gugelhupf ist fertig, wenn die Eiermasse in der Mitte gestockt ist.
Ich steche dazu mit einem dünnen Messer hinein.
Wenn keine flüssige Eiermischung mehr herauskommt, ist er fertig.
Direkt aus dem Ofen würde ich ihn allerdings noch nicht stürzen.
Das ist mir beim ersten Versuch fast zum Verhängnis geworden.
Die Masse ist heiß noch sehr weich und kann beim Umdrehen auseinanderbrechen.
Deshalb lasse ich die Form ungefähr 15 Minuten stehen.
Danach fahre ich mit einem dünnen Messer vorsichtig am äußeren Rand und am Mittelring entlang.
Jetzt lege ich einen großen Teller oder eine Servierplatte auf die Gugelhupfform.
Dann kommt der spannende Moment.
Form und Teller gut festhalten und alles mit einer schnellen Bewegung umdrehen.
Wenn die Form ordentlich eingefettet war, löst sich der Gugelhupf meistens problemlos.
Falls er nicht sofort herauskommt, klopfe ich vorsichtig mit der Hand auf die Form.
Nicht wild schütteln.
Manchmal braucht er einfach einige Sekunden.
Nach dem Stürzen lasse ich ihn noch ein paar Minuten ruhen.
Dann kann angeschnitten werden.
Am schönsten sieht er natürlich aus, wenn man ihn direkt als ganzen Ring auf den Tisch stellt.
Mit einem scharfen Messer schneide ich anschließend relativ dicke Scheiben.
Innen sieht man dann schön die einzelnen Stückchen von Schinken, Brot, Kartoffeln und Käse.
Warum dieses Rezept beim Brunch so gut funktioniert
Ein normaler Eierauflauf schmeckt zwar auch gut, sieht auf dem Tisch aber meistens eher unspektakulär aus.
Durch die Gugelhupfform bekommt dieses Gericht sofort etwas Besonderes.
Man könnte fast glauben, es sei ein herzhafter Kuchen.
Und genau das macht ihn für einen Brunch so praktisch.
Man stellt ihn einfach in die Mitte des Tisches und jeder schneidet sich ein Stück ab.
Dazu braucht es eigentlich nicht viel.
Ein frischer grüner Salat passt wunderbar.
Ich mache meistens einfach Blattsalat mit Gurke und einem leichten Dressing aus Essig, Öl, etwas Senf und Honig.
Die Frische ist ein schöner Gegensatz zu Käse, Schinken und Ei.
Auch Tomatensalat funktioniert sehr gut.
Im Sommer stelle ich zusätzlich eine Schale mit frischem Obst auf den Tisch.
Trauben, Erdbeeren oder Melone passen überraschend gut dazu.
Wenn es ein richtig großes Frühstück sein soll, kann man außerdem noch Bratkartoffeln servieren.
Mir persönlich wäre das fast schon zu viel, weil im Gugelhupf bereits Kartoffeln enthalten sind.
Dann lieber etwas frisches Gemüse.
Sehr lecker ist außerdem ein kleiner Kräuterquark.
Quark mit etwas Milch glatt rühren, Schnittlauch, Petersilie, Salz und Pfeffer dazu – fertig.
Ein Löffel davon neben einer warmen Scheibe Frühstücks-Gugelhupf schmeckt wirklich gut.
So kann man den Gugelhupf verändern
Das Grundrezept ist unglaublich flexibel.
Wenn ich keinen Schinken habe, nehme ich gebratenen Speck.
Speck würde ich allerdings vorher wirklich knusprig braten und das überschüssige Fett abgießen.
Auch gebratene Bratwurststücke funktionieren.
Man kann sogar Reste von gegrilltem Hähnchen hineinpacken.
Dann verändert sich natürlich der Geschmack, aber die Grundidee bleibt gleich.
Beim Gemüse darf man ebenfalls kreativ werden.
Kleine Paprikawürfel passen gut.
Champignons würde ich vorher anbraten, weil sie beim Backen viel Wasser verlieren.
Dasselbe gilt für Zucchini.
Roh würde ich davon nicht zu viel verwenden.
Kurz in der Pfanne anbraten und Flüssigkeit verdampfen lassen, dann funktioniert es wunderbar.
Spinat ist ebenfalls möglich.
Frischen Spinat kurz zusammenfallen lassen, ausdrücken und klein schneiden.
Zusammen mit Feta bekommt man daraus fast eine mediterrane Version.
Dann lasse ich Schinken und Gouda teilweise weg und gebe stattdessen Feta, Spinat und einige getrocknete Tomaten hinein.
Sehr lecker.
Eine vegetarische Variante funktioniert sowieso problemlos.
Schinken einfach weglassen und dafür mehr Gemüse verwenden.
Zum Beispiel:
Kartoffeln, Paprika, Spinat, Frühlingszwiebeln und Käse.
Auch Brokkoli kann hinein.
Dafür würde ich ihn vorher wenige Minuten blanchieren und gut abtropfen lassen.
Beim Käse nehme ich das, was gerade vorhanden ist.
Gouda ist mild und schmilzt sehr schön.
Cheddar bringt mehr Würze.
Emmentaler passt ebenfalls.
Eine Mischung aus verschiedenen Sorten finde ich oft am besten.
Nur sehr feuchten Mozzarella würde ich nicht als einzigen Käse verwenden.
Er gibt beim Backen zusätzliche Flüssigkeit ab.
Wenn Mozzarella, dann nur ein bisschen zusammen mit einem festeren Käse.
Was man unbedingt beachten sollte
Das Verhältnis von Brot zu Eiermilch ist wichtig.
Zu wenig Flüssigkeit und der Gugelhupf wird trocken.
Zu viel Flüssigkeit und die Mitte bleibt ewig weich.
Mit ungefähr 300 g Brot und zehn Eiern funktioniert es bei mir sehr zuverlässig.
Die genaue Menge kann aber etwas variieren, weil unterschiedliche Brotsorten unterschiedlich viel Flüssigkeit aufnehmen.
Sehr trockenes Baguette saugt beispielsweise deutlich mehr auf als weiches Toastbrot.
Wenn ich nach zehn Minuten sehe, dass oben noch sehr viele trockene Brotwürfel liegen, gieße ich manchmal einen kleinen Schuss Milch darüber.
Mehr braucht es meistens nicht.
Auch die Ruhezeit vor dem Backen ist wichtig.
Direkt nach dem Eingießen in den Ofen zu schieben, funktioniert zwar, aber das Brot nimmt die Flüssigkeit dann weniger gleichmäßig auf.
Zehn Minuten machen wirklich einen Unterschied.
Und nach dem Backen ebenfalls nicht ungeduldig werden.
Der Gugelhupf braucht seine 15 Minuten Ruhe.
Danach ist die Struktur deutlich stabiler.
Kann man ihn vorbereiten?
Ja, und genau das ist einer der größten Vorteile.
Ich bereite die einzelnen Zutaten gern schon am Abend vorher vor.
Brot schneiden.
Schinken würfeln.
Käse reiben.
Frühlingszwiebeln schneiden.
Kartoffeln anbraten.
Alles separat in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Morgen muss ich nur noch Eiermilch anrühren, schichten und backen.
Man kann sogar den kompletten Gugelhupf bereits am Vorabend zusammenbauen.
Dann die Form gut abdecken und in den Kühlschrank stellen.
Am nächsten Morgen ungefähr 20 Minuten vor dem Backen herausnehmen.
Danach wie beschrieben backen.
Wenn die Form direkt aus dem Kühlschrank kommt, kann die Backzeit ein paar Minuten länger dauern.
Das Brot hatte über Nacht natürlich besonders viel Zeit, die Eiermilch aufzunehmen.
Die Konsistenz wird dadurch etwas homogener und fast wie bei einem herzhaften Brotauflauf.
Beide Varianten schmecken gut.
Was mache ich mit Resten?
Falls tatsächlich etwas übrig bleibt, kommt es in den Kühlschrank.
Gut abgedeckt hält sich der Gugelhupf ungefähr zwei Tage.
Am nächsten Tag schmeckt er sogar kalt.
Ich mag ihn allerdings lieber warm.
Eine einzelne Scheibe gebe ich einfach kurz in die Pfanne.
Bei mittlerer Hitze mit einem winzigen Stück Butter von beiden Seiten erwärmen.
Dadurch bekommt die Außenseite wieder etwas Kruste.
Auch der Backofen funktioniert gut.
Bei ungefähr 160 °C zehn Minuten erwärmen.
Die Mikrowelle geht natürlich am schnellsten, aber dort wird das Brot eher weich.
Geschmacklich ist die Pfanne mein Favorit.
Man kann aus Resten sogar ein schnelles Mittagessen machen.
Eine Scheibe Gugelhupf, dazu Salat und ein Klecks Kräuterquark – fertig.
Warum ich das Rezept wirklich behalten habe
Manchmal fragt man nach einem Rezept und macht es danach trotzdem nie wieder.
Dieses hier gehört nicht dazu.
Ich habe es inzwischen mehrfach gebacken.
Einmal zum Sonntagsfrühstück, einmal für Gäste und einmal einfach, weil noch altes Brot und Schinken übrig waren.
Und genau bei diesem letzten Mal habe ich gemerkt, wie praktisch das Rezept eigentlich ist.
Es sieht nach etwas Besonderem aus, ist aber im Grunde perfekte Resteküche.
Altes Brot wird nicht weggeworfen.
Ein Stück Käse kann hinein.
Schinkenreste ebenfalls.
Ein paar Kartoffeln sind auch schnell verarbeitet.
Alles wird mit Eiern und Milch verbunden und plötzlich steht ein kompletter Brunch auf dem Tisch.
So mag ich Rezepte.
Nicht kompliziert, nicht empfindlich und ohne Zutaten, die man nachher nie wieder benutzt.
Und obwohl es sehr einfach ist, sorgt die Gugelhupfform jedes Mal für diesen kleinen Überraschungseffekt.
Wenn man ihn auf den Tisch stellt, schaut wirklich jeder erst einmal hin.
„Ist das Kuchen?“
Dann wird angeschnitten.
Und spätestens wenn geschmolzener Käse, Schinken und die goldbraunen Brotwürfel zu sehen sind, möchte eigentlich jeder probieren.
Für mich ist dieser Frühstücks-Gugelhupf deshalb perfekt für einen gemütlichen Sonntag, Ostern, Weihnachten, Geburtstage oder einfach einen Brunch mit Freunden.
Man kann ihn vorbereiten, leicht verändern und warm oder später wieder aufgewärmt essen.
Und wenn ich einen Tipp geben müsste, dann diesen: Macht ruhig etwas mehr Käse oben drauf.
Gerade diese knusprig-goldenen Käseränder sind nämlich immer die Stücke, um die sich am Tisch zuerst gestritten wird.

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