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mardi 8 septembre 2026

Wäschst du deine Bettwäsche immer bei 60 Grad?



Jahrelang habe ich bei Bettwäsche überhaupt nicht nachgedacht. Laken abziehen, Bezüge in die Maschine, Waschmittel dazu und automatisch das 60-Grad-Programm auswählen. So hatte ich es von zu Hause gelernt und so machte ich es später selbst. Bettwäsche muss schließlich hygienisch sauber werden – und je heißer das Wasser, desto sauberer die Wäsche. Zumindest war ich davon überzeugt.

Bis ich eines Tages bei einer Freundin zu Besuch war und ihr beim Aufräumen half. Sie stopfte gerade einen großen Berg Bettwäsche in die Waschmaschine und stellte ganz selbstverständlich 40 °C ein. Ich fragte sofort: „Nur 40 Grad? Bei Bettwäsche?“

Sie sah mich ziemlich verwundert an und meinte, dass sie ihre normale Bettwäsche schon seit Jahren meistens bei 40 Grad wasche. 60 Grad verwende sie nur in bestimmten Situationen. Ihre Bettwäsche roch frisch, sah sauber aus und hielt teilweise schon viele Jahre.

Das hat mich neugierig gemacht. Also begann ich genauer hinzusehen – und stellte schnell fest, dass die einfache Regel „Bettwäsche muss grundsätzlich bei 60 Grad gewaschen werden“ viel zu pauschal ist.

Genauso falsch wäre allerdings die Behauptung, 40 Grad seien immer die perfekte Temperatur.

Denn die sinnvollste Waschtemperatur hängt davon ab, aus welchem Material die Bettwäsche besteht, wie stark sie verschmutzt ist, wer darin schläft und ob besondere hygienische Anforderungen bestehen.

Warum wir Bettwäsche überhaupt regelmäßig waschen sollten

Auch wenn ein Bett nach einigen Nächten noch vollkommen sauber aussieht, passiert während des Schlafens erstaunlich viel.

Wir schwitzen, verlieren Hautschuppen und Haare und hinterlassen Körperfette sowie Rückstände von Cremes und anderen Pflegeprodukten. Wer Haustiere mit ins Bett lässt, bekommt zusätzlich Haare und weiteren Schmutz auf die Textilien.

Das alles sammelt sich nach und nach in Bettlaken, Kissen- und Deckenbezügen.

Deshalb ist regelmäßiges Waschen wichtig. Nur bedeutet „regelmäßig und gründlich“ eben nicht automatisch „immer möglichst heiß“.

Moderne Waschmittel und Waschmaschinen reinigen heute schon bei niedrigeren Temperaturen sehr effektiv. Für normal benutzte Bettwäsche eines gesunden Haushalts können daher häufig 40 °C ausreichend sein, sofern das Pflegeetikett dies erlaubt und ein geeignetes Waschmittel verwendet wird.

Es gibt jedoch Situationen, in denen 60 °C weiterhin sinnvoll oder empfehlenswert sind.

Und genau dieser Unterschied ist entscheidend.

Wann 40 Grad meistens ausreichen können

Wenn niemand im Haushalt krank ist, keine besonderen hygienischen Anforderungen bestehen und die Bettwäsche normal benutzt wurde, wasche ich viele Bezüge inzwischen bei 40 °C.

Das gilt besonders für farbige Bettwäsche.

Der Vorteil ist offensichtlich: Niedrigere Temperaturen beanspruchen viele Textilien weniger stark. Farben können länger schön bleiben und empfindlichere Fasern werden geschont.

Außerdem benötigt das Erhitzen des Wassers einen erheblichen Teil der Energie eines Waschgangs. Eine niedrigere Waschtemperatur kann deshalb Energie sparen.

Aber ich mache daraus keine starre Regel.

Vor dem Waschen schaue ich grundsätzlich auf das Pflegeetikett. Wenn ein Hersteller beispielsweise maximal 40 °C empfiehlt, würde ich die Bettwäsche nicht regelmäßig bei 60 °C waschen, nur weil ich das irgendwann einmal so gelernt habe.

Umgekehrt bedeutet ein 60-Grad-Symbol nicht, dass die Bettwäsche jedes einzelne Mal zwingend bei dieser Temperatur gewaschen werden muss. Es zeigt zunächst, welche Behandlung das Textil verträgt.

Wann ich weiterhin 60 Grad wählen würde

Es gibt Situationen, in denen ich bei Bettwäsche nicht unbedingt auf möglichst niedrige Temperaturen setzen würde.

Bei Krankheit im Haushalt kann eine hygienischere Wäsche sinnvoll sein. Das gilt je nach Situation auch bei bestimmten Allergien, stärkerer Verschmutzung oder wenn Bettwäsche besonderen Belastungen ausgesetzt war.

Auch Handtücher und bestimmte weiße Baumwolltextilien waschen viele Haushalte aus hygienischen Gründen regelmäßig bei 60 °C.

Bei Hausstaubmilbenallergien können höhere Waschtemperaturen ebenfalls eine Rolle spielen. Hier sollte man sich an individuelle medizinische Empfehlungen und die Angaben für spezielle Allergiker-Bettwäsche halten.

Und natürlich muss das Material die Temperatur vertragen.

Ein robuster weißer Baumwollbezug ist etwas völlig anderes als empfindliche Satin-, Seiden- oder Mischgewebe.

Deshalb gibt es meiner Meinung nach keine einzige „beste Temperatur“ für jede Bettwäsche.

Die bessere Regel lautet:

So warm wie für die jeweilige Situation nötig – aber nicht automatisch heißer als notwendig.

Der Fehler, den ich früher ständig gemacht habe

Interessanterweise war meine Waschtemperatur wahrscheinlich gar nicht mein größtes Problem.

Ich habe die Waschmaschine regelmäßig viel zu voll gemacht.

Man kennt es: Bettwäsche nimmt enorm viel Platz ein. Also drückt man noch das zweite Spannbettlaken hinein, entdeckt einen freien Zentimeter und stopft noch zwei Handtücher hinterher.

Hauptsache, alles ist in einem Waschgang erledigt.

Das Ergebnis war bei mir manchmal merkwürdig. Einzelne Stellen rochen nach dem Waschen nicht so frisch wie erwartet und große Bezüge hatten sich ineinander verknotet.

Heute lasse ich der Bettwäsche deutlich mehr Platz.

Die Textilien müssen sich während des Waschens bewegen können. Wasser und Waschmittel sollen überall hinkommen und anschließend wieder gründlich ausgespült werden.

Eine bis zum Anschlag vollgestopfte Trommel kann das erschweren.

Mehr Waschmittel bedeutet ebenfalls nicht automatisch sauberer

Das war mein zweiter Fehler.

Wenn Bettwäsche besonders frisch werden sollte, gab ich einfach etwas mehr Waschmittel hinein.

Klingt logisch.

Ist es aber nicht unbedingt.

Zu viel Waschmittel kann schlecht ausgespült werden und Rückstände auf Textilien hinterlassen. Die richtige Dosierung hängt unter anderem von Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Wäschemenge ab.

Deshalb würde ich keine pauschale Menge wie „immer 35 ml“ empfehlen.

Die Dosierungsangaben des jeweiligen Waschmittelherstellers sind wesentlich sinnvoller.

Bei hartem Wasser kann eine andere Menge erforderlich sein als bei weichem Wasser. Eine halbvolle Maschine mit leicht verschmutzter Wäsche benötigt ebenfalls nicht dasselbe wie eine volle Trommel mit stärker verschmutzten Textilien.

Seit ich mich stärker an die tatsächliche Dosierung halte, funktioniert das bei mir deutlich besser.

Vollwaschmittel oder Colorwaschmittel?

Auch das hängt von der Bettwäsche ab.

Für weiße, robuste Baumwollbettwäsche eignet sich häufig ein entsprechendes Vollwaschmittel. Für farbige Bettwäsche verwende ich dagegen lieber ein geeignetes Colorwaschmittel, damit die Farben möglichst lange erhalten bleiben.

Bei empfindlichen Materialien gelten wiederum andere Regeln.

Deshalb lohnt sich dieser kurze Blick aufs Etikett wirklich.

Früher habe ich Pflegeetiketten fast grundsätzlich ignoriert. Heute denke ich mir: Der Hersteller hat das kleine Schild nicht aus Langeweile eingenäht.

Und wie sieht es mit Weichspüler aus?

Bei Bettwäsche scheiden sich daran die Geister.

Manche lieben diesen typischen intensiven Duft frisch gewaschener Wäsche. Andere können ihn überhaupt nicht ausstehen.

Notwendig für saubere Bettwäsche ist Weichspüler jedenfalls nicht.

Ich verwende ihn inzwischen entweder sehr sparsam oder lasse ihn ganz weg. Gerade Menschen mit empfindlicher Haut können außerdem von möglichst wenig unnötigen Duftstoffen profitieren.

Das klassische Gefühl wirklich frischer Bettwäsche entsteht für mich ohnehin stärker durch sauberes Waschen und vollständiges Trocknen als durch möglichst intensiven Parfümduft.

Wie oft sollte Bettwäsche eigentlich gewechselt werden?

Auch darauf gibt es keine Zahl, die für jeden Menschen perfekt passt.

Für viele Haushalte ist ein Wechsel ungefähr alle ein bis zwei Wochen eine praktische Orientierung.

Aber auch hier spielen die persönlichen Umstände eine große Rolle.

Wer nachts stark schwitzt, unbekleidet schläft oder Haustiere im Bett hat, möchte möglicherweise häufiger wechseln. Im Hochsommer wechsle ich meine Bettwäsche ebenfalls öfter als in kühleren Monaten.

Auch während beziehungsweise nach einer Erkrankung kann ein häufigerer Wechsel sinnvoll sein.

Wer dagegen wenig schwitzt und nachts Schlafkleidung trägt, kommt möglicherweise mit einem anderen Rhythmus gut zurecht.

Entscheidend ist für mich weniger, ob jemand exakt sieben oder vierzehn Tage wartet.

Wichtig ist, dass die Bettwäsche regelmäßig gewechselt wird und man auf die eigene Situation achtet.

Ein unterschätztes Problem: Bettwäsche nach dem Waschen in der Maschine vergessen

Das ist mir wahrscheinlich häufiger passiert, als ich zugeben möchte.

Die Maschine läuft fertig, man hört den Signalton und denkt:

„Hole ich gleich raus.“

Dann klingelt das Telefon, man beginnt zu kochen oder fährt kurz einkaufen.

Ein paar Stunden später fällt einem die Waschmaschine wieder ein.

Nasse Textilien sollten nach dem Waschen möglichst zeitnah herausgenommen und vollständig getrocknet werden. Bleiben sie lange feucht zusammengeknüllt liegen, kann sich dieser typische muffige Geruch entwickeln.

Dann hat man im schlimmsten Fall frisch gewaschene Bettwäsche, die trotzdem nicht frisch riecht.

Deshalb nehme ich sie inzwischen möglichst bald heraus, schüttele die großen Teile ordentlich aus und hänge sie mit ausreichend Abstand auf.

Draußen trocknen – wenn man die Möglichkeit hat

Ich liebe den Geruch von draußen getrockneter Bettwäsche.

Wenn Wetter, Wohnsituation und Material es zulassen, ist das für mich immer noch eine der angenehmsten Varianten. Die Wäsche trocknet luftig und fühlt sich anschließend wunderbar frisch an.

Allerdings ist das nicht für jeden ideal. Allergiker sollten beispielsweise auf den aktuellen Pollenflug achten.

Wer einen Trockner benutzt, sollte wiederum das Pflegeetikett kontrollieren. Nicht jede Bettwäsche verträgt dieselbe Trocknereinstellung.

Und auch hier gilt: Höchste Temperatur ist nicht automatisch die beste Einstellung.

Was ist mit 90 Grad?

Meine Großmutter hatte bei weißer Wäsche eine ziemlich einfache Philosophie:

„Wenn es richtig sauber werden soll, Kochwäsche.“

Damals war 90-Grad-Wäsche wesentlich verbreiteter.

Heute ist sie im normalen Alltag bei Bettwäsche meistens nicht notwendig. Moderne Waschmaschinen und Waschmittel haben sich verändert und viele Textilien sind außerdem gar nicht für solche Temperaturen ausgelegt.

Das heißt nicht, dass Programme mit sehr hohen Temperaturen grundsätzlich keinen Zweck mehr haben.

Aber normale Bettwäsche eines gesunden Haushalts jedes Mal bei 90 °C zu waschen, wäre in den meisten Fällen unnötig und würde mehr Energie verbrauchen sowie die Textilien stärker beanspruchen.

Warum Bettwäsche manchmal trotz Waschen unangenehm riecht

Wenn frisch gewaschene Bettwäsche schon nach kurzer Zeit muffig riecht, würde ich nicht sofort die Temperatur erhöhen.

Die Ursache kann an anderer Stelle liegen.

Vielleicht war die Trommel zu voll. Vielleicht wurde zu viel Waschmittel verwendet. Vielleicht blieb die Wäsche zu lange feucht liegen.

Oder die Waschmaschine selbst benötigt eine Reinigung.

Waschmittelreste, Feuchtigkeit und Ablagerungen können sich beispielsweise an Dichtungen und in verschiedenen Bereichen der Maschine sammeln. Deshalb sollte auch die Waschmaschine regelmäßig entsprechend der Herstelleranleitung gepflegt werden.

Nach dem Waschen lasse ich Tür und Waschmittelfach eine Weile offen, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

Das ist eine kleine Gewohnheit, die praktisch keine Arbeit macht.

Muss man neue Bettwäsche vor dem ersten Benutzen waschen?

Ich mache es grundsätzlich.

Neue Textilien haben Herstellung, Verpackung, Lagerung und Transport hinter sich. Außerdem können sich noch Rückstände aus Produktions- und Veredelungsprozessen darin befinden.

Deshalb kommt neue Bettwäsche bei mir zuerst in die Waschmaschine und erst danach aufs Bett.

Dabei halte ich mich an die Pflegehinweise.

Gerade kräftige Farben können bei den ersten Waschgängen außerdem etwas Farbe abgeben, weshalb ich neue dunkle Bettwäsche nicht unbedingt sofort zusammen mit meinen hellsten Textilien wasche.

Was ich inzwischen tatsächlich mache

Meine Routine ist heute viel weniger kompliziert, als ich anfangs dachte.

Normale, nicht besonders belastete Bettwäsche wasche ich je nach Material häufig bei 40 °C mit geeignetem Waschmittel.

Wenn erhöhte hygienische Anforderungen bestehen und das Textil dafür geeignet ist, greife ich eher zu 60 °C.

Empfindliche Materialien behandle ich entsprechend ihrem Pflegeetikett.

Ich überlade die Trommel nicht mehr, dosiere das Waschmittel nach Herstellerangaben und lasse die fertige Wäsche nicht stundenlang nass in der Maschine liegen.

Das klingt fast zu simpel.

Aber genau das ist eigentlich die wichtigste Erkenntnis.

40 oder 60 Grad – was ist nun richtig?

Wenn mir heute jemand diese Frage stellt, würde ich nicht mehr einfach „40“ oder „60“ antworten.

40 °C können für normal benutzte Bettwäsche in vielen Alltagssituationen vollkommen ausreichend sein. Das spart gegenüber höheren Temperaturen Energie und kann Farben und Textilien schonen.

60 °C haben aber weiterhin ihre Berechtigung, insbesondere wenn erhöhte Hygieneanforderungen bestehen und das Material diese Temperatur verträgt.

Deshalb finde ich auch die Aussage „60 Grad sind falsch“ zu extrem.

60 Grad sind nicht falsch.

Sie sind nur nicht automatisch bei jedem Waschgang und für jede Bettwäsche notwendig.

Und wahrscheinlich ist genau das der Punkt, den viele von uns früher anders gelernt haben.

Ich selbst habe jahrelang den Temperaturregler automatisch auf 60 gestellt, ohne überhaupt darüber nachzudenken. Heute entscheide ich je nach Wäsche.

Manchmal sind es 40 Grad.

Manchmal 60.

 

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