Megasaftiger Schoko-Kaffee-Gugelhupf – dieser Kuchen bleibt tagelang wunderbar saftig
Es gibt Kuchen, die sehen auf den ersten Blick ziemlich schlicht aus. Kein aufwendiges Topping, keine Creme zwischen fünf Böden und keine Dekoration, für die man eine halbe Stunde braucht. Man stellt einfach einen Gugelhupf auf den Tisch, schneidet das erste Stück ab – und genau dann merkt man, warum manche dieser alten Rührkuchen seit Jahrzehnten immer wieder gebacken werden.
Dieser Kuchen gehört für mich genau in diese Kategorie. Er ist dunkel, kräftig, leicht schokoladig und vor allem erstaunlich saftig. Das Besondere daran sind zwei Zutaten, die man einem klassischen Gugelhupf vielleicht nicht sofort ansieht: sehr starker Kaffee und gemahlene Nüsse. Zusammen mit Butter, Kakao und etwas Zimt entsteht ein schwerer, aromatischer Rührkuchen, der überhaupt nicht trocken schmecken soll.
Das ursprüngliche Rezept wird häufig unter dem Namen „Afrikabombe“ weitergegeben. Ich würde ihn heute allerdings lieber schlicht Schoko-Kaffee-Gugelhupf nennen. Das beschreibt schließlich ziemlich genau, was man bekommt, und der Kuchen schmeckt deshalb nicht weniger gut.
Ähnliche traditionelle Varianten arbeiten ebenfalls mit starkem Kaffee, Kakao, Zimt und gemahlenen Nüssen – genau diese Kombination sorgt für den charakteristischen Geschmack.
Das Rezept ist außerdem angenehm unkompliziert. Man braucht keine besonderen Backkenntnisse. Wichtig sind eigentlich nur drei Dinge: Die Butter sollte weich sein, der Kaffee muss vor dem Einrühren abgekühlt sein und der Kuchen darf nicht unnötig lange im Ofen bleiben.
Zutaten
Für eine große Gugelhupfform:
270 g weiche Butter
380 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier
270 g Mehl
1 Päckchen Backpulver
2 EL Backkakao
1 EL Zimt
140 g gemahlene Haselnüsse oder andere gemahlene Nüsse
1 Tasse sehr starken Kaffee, abgekühlt
1 EL Rum, optional
1 Packung Schokoladen-Kuchenglasur
Außerdem etwas Butter und Mehl oder Semmelbrösel für die Form.
380 Gramm Zucker wirken zunächst ziemlich viel. Wer Kuchen grundsätzlich weniger süß mag, kann die Menge etwas reduzieren. Gerade wenn anschließend noch eine süße Schokoladenglasur darüberkommt, braucht man meiner Meinung nach nicht unbedingt die volle Menge. Wer das alte Rezept genauso ausprobieren möchte, wie es überliefert wird, bleibt dagegen bei den angegebenen 380 Gramm.
Bei den Nüssen nehme ich am liebsten gemahlene Haselnüsse. Mandeln funktionieren ebenfalls, schmecken allerdings etwas milder. Walnüsse verändern den Geschmack stärker und machen den Kuchen ein wenig herber.
Und dann wäre da natürlich der Kaffee.
Ich würde dafür keinen dünnen Kaffee verwenden, sondern wirklich einen kräftigen Filterkaffee oder Espresso zubereiten. Das bedeutet nicht, dass der fertige Kuchen anschließend wie eine Tasse Kaffee schmeckt. Der Kaffee unterstützt vielmehr Kakao und Nüsse und macht den Geschmack insgesamt kräftiger. Auch bei anderen Schoko-Kaffeekuchen wird genau dieser Effekt genutzt.
Wichtig ist nur: Kaffee kochen und anschließend vollständig oder zumindest weitgehend abkühlen lassen.
Ich mache das meistens als Erstes.
Danach den Backofen auf 175 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Die Gugelhupfform wirklich gründlich einfetten. Bei einer solchen Form gibt es nichts Ärgerlicheres, als einen wunderbar aufgegangenen Kuchen aus dem Ofen zu holen und beim Stürzen festzustellen, dass die obere Hälfte in der Form hängen geblieben ist.
Deshalb gehe ich mit weicher Butter sorgfältig durch sämtliche Rillen und Ecken. Anschließend streue ich die Form dünn mit Mehl oder feinen Semmelbröseln aus und klopfe den Überschuss heraus.
Jetzt kann der eigentliche Teig beginnen.
Die weiche Butter zusammen mit Zucker und Vanillezucker in eine große Schüssel geben und mehrere Minuten mit dem Handmixer aufschlagen. Hier würde ich nicht nach dreißig Sekunden aufhören. Die Masse soll wirklich heller und cremiger werden.
Danach kommen die Eier hinein – allerdings nicht alle gleichzeitig.
Ich gebe ein Ei dazu, rühre es gründlich unter und nehme erst dann das nächste. So verbindet sich alles wesentlich schöner miteinander. Nach dem fünften Ei hat man eine ziemlich üppige Butter-Ei-Masse.
In einer zweiten Schüssel Mehl, Backpulver, Kakao und Zimt vermischen.
Den Kakao würde ich tatsächlich als Backkakao verwenden. Trinkkakaopulver enthält häufig bereits viel Zucker und ergibt einen anderen Geschmack.
Die trockenen Zutaten nun portionsweise zur Butter-Ei-Mischung geben und nur so lange rühren, bis sie eingearbeitet sind.
Das ist einer dieser Punkte, bei denen ich früher einen Fehler gemacht habe: Sobald das Mehl im Teig ist, muss man nicht mehr minutenlang mit höchster Geschwindigkeit weiterrühren. Ein Rührteig wird dadurch nicht automatisch lockerer.
Jetzt kommen die gemahlenen Nüsse dazu.
Kurz unterrühren und anschließend nach und nach den abgekühlten starken Kaffee hineingeben. Wer die klassische Variante mit Rum machen möchte, gibt jetzt auch den Esslöffel Rum dazu. Wer keinen Alkohol verwenden möchte, lässt ihn einfach weg. Der Kuchen funktioniert auch ohne.
Am Ende sollte ein glatter, relativ schwerer Rührteig entstanden sein.
Nicht erschrecken, wenn er deutlich weicher wirkt als ein ganz klassischer trockener Marmorkuchenteig. Durch Kaffee und Nüsse bekommt er eine andere Konsistenz. Genau diese Zutaten tragen später dazu bei, dass der Kuchen innen angenehm saftig bleibt.
Den Teig in die vorbereitete Gugelhupfform geben und die Oberfläche grob glatt streichen.
Ich klopfe die gefüllte Form anschließend zwei- oder dreimal ganz vorsichtig auf die Arbeitsfläche. Dadurch können größere Luftblasen nach oben steigen.
Dann kommt der Kuchen in den Ofen.
Je nach Größe und Material der Form braucht er ungefähr 45 bis 60 Minuten bei 175 °C Ober-/Unterhitze. Bei vergleichbaren Rezepten liegen die Backzeiten ebenfalls ungefähr in diesem Bereich, wobei die konkrete Form einen deutlichen Unterschied machen kann.
Deshalb würde ich mich niemals ausschließlich auf die Uhr verlassen.
Nach ungefähr 45 Minuten mache ich zum ersten Mal die Stäbchenprobe. Dafür ein Holzstäbchen an einer dickeren Stelle tief in den Kuchen stecken und wieder herausziehen.
Hängt noch deutlich flüssiger Teig daran, braucht der Kuchen länger.
Sind nur ein paar feuchte Krümel zu sehen, ist er meistens genau richtig.
Und hier liegt meiner Meinung nach das wichtigste Geheimnis eines wirklich saftigen Gugelhupfs: nicht totbacken.
Wenn das Stäbchen bereits sauber herauskommt, bringt es nichts, den Kuchen „zur Sicherheit“ noch zwanzig Minuten im Ofen zu lassen. Genau dadurch wird aus einem saftigen Rührkuchen schnell ein trockener Kuchen, bei dem man zu jedem Bissen Kaffee braucht.
Ist er fertig, die Form aus dem Ofen nehmen und zunächst etwa 10–15 Minuten stehen lassen.
Ich stürze einen heißen Gugelhupf nie sofort. Direkt aus dem Ofen ist er noch weich und kann leichter auseinanderbrechen. Lässt man ihn dagegen eine Viertelstunde stehen, stabilisiert er sich etwas.
Anschließend vorsichtig den Rand kontrollieren, einen großen Teller oder ein Kuchengitter auflegen und die Form umdrehen.
Im besten Fall gleitet der Kuchen sofort heraus.
Falls nicht, nicht gleich wild an der Form rütteln. Manchmal hilft es schon, sie einige Minuten umgedreht stehen zu lassen und anschließend vorsichtig zu lösen.
Jetzt muss der Kuchen vollständig auskühlen.
Er schmeckt theoretisch schon ohne alles gut. Wer möchte, kann ihn lediglich mit etwas Puderzucker bestäuben – so sieht man es auch auf dem oberen Kuchen auf dem Foto.
Die deutlich üppigere Variante bekommt dagegen einen Schokoladenguss.
Dafür die Kuchenglasur nach Packungsanleitung erwärmen und gleichmäßig über den vollständig ausgekühlten Gugelhupf laufen lassen. Ich versuche gar nicht erst, eine vollkommen glatte Konditoroberfläche hinzubekommen. Wenn die Schokolade ein wenig an den Rillen herunterläuft, sieht ein Gugelhupf meiner Meinung nach sogar schöner aus.
Danach einfach warten, bis die Glasur fest geworden ist.
Und dann würde ich tatsächlich noch etwas tun, was bei Kuchen normalerweise schwerfällt:
Nicht sofort alles essen.
Dieser Kuchen gehört nämlich zu den Rührkuchen, die nach einigen Stunden oder sogar am nächsten Tag oft noch besser schmecken. Auch bei ähnlichen Kaffee-Nuss-Kuchen berichten Bäcker davon, dass sie nach dem Durchziehen besonders saftig bleiben beziehungsweise geschmacklich gewinnen.
Ich backe ihn deshalb gern am Abend, wenn er für den nächsten Nachmittag gedacht ist.
Nach dem vollständigen Auskühlen kommt er unter eine Kuchenglocke. Am nächsten Tag haben sich Kaffee, Kakao, Zimt und Nüsse richtig miteinander verbunden. Gerade der Zimt ist dann nicht so deutlich als einzelne Zutat wahrnehmbar, sondern gibt dem Kuchen eher diese warme Würze im Hintergrund.
Das ist übrigens auch der Grund, warum ich den Esslöffel Zimt nicht einfach weglassen würde.
Beim Lesen des Rezepts klingt ein ganzer Esslöffel zunächst ungewöhnlich viel. Zusammen mit Kakao, Kaffee und Nüssen funktioniert es aber erstaunlich gut. Wer Zimt überhaupt nicht mag, kann natürlich weniger nehmen.
Auch beim Kaffee kann man ein wenig experimentieren.
Mit normalem kräftigem Filterkaffee wird der Kuchen mild und rund. Mit Espresso wird das Aroma intensiver. Entkoffeinierter Kaffee funktioniert ebenfalls, wenn man Koffein vermeiden möchte.
Wer keinen Kaffee mag, könnte ihn theoretisch durch eine andere Flüssigkeit ersetzen, aber dann würde ich ehrlich gesagt lieber ein anderes Schokoladenkuchenrezept verwenden. Kaffee ist hier kein zufälliger Zusatz, sondern gehört zum Charakter des Kuchens.
Ein weiterer Punkt sind die Nüsse.
Sie geben nicht nur Geschmack, sondern verändern auch die Struktur des Teiges. Gemahlene Nüsse bringen Fett mit und sorgen für eine angenehm weiche Krume. Deshalb würde ich sie nicht einfach ersatzlos streichen.
Mit Haselnüssen wird der Geschmack kräftiger und erinnert zusammen mit Schokolade fast ein wenig an Nuss-Nougat. Mandeln machen den Kuchen feiner und neutraler.
Sehr lecker kann auch eine Mischung aus beiden sein.
Wer es noch schokoladiger möchte, kann zusätzlich ungefähr 80–100 g gehackte Zartbitterschokolade unter den fertigen Teig heben. Das gehört zwar nicht zum Ausgangsrezept, passt aber hervorragend dazu.
Dann findet man später kleine geschmolzene Schokoladenstellen im Kuchen.
Bei der Glasur würde ich in diesem Fall allerdings eher eine dunkle Variante nehmen, damit das Ganze nicht zu süß wird.
Was ich nicht machen würde, ist noch viel mehr Kakao in den Teig zu geben. Mehr Kakao klingt zunächst nach mehr Schokoladengeschmack, kann einen Kuchen aber auch trockener und herber machen.
Die zwei Esslöffel reichen für diese Variante vollkommen aus.
Falls Kinder mitessen, lasse ich den Rum einfach weg. Geschmacklich verliert der Kuchen dadurch kaum etwas. Wer das Rumaroma mag, aber keinen Alkohol verwenden möchte, könnte stattdessen wenige Tropfen entsprechendes Backaroma verwenden.
Zum Servieren braucht der Kuchen eigentlich nichts weiter.
Ein Stück auf den Teller, eine Tasse Kaffee daneben – fertig.
Bei besonderen Anlässen kann man einen Klecks leicht geschlagene Sahne dazugeben. Auch ein paar frische Beeren passen erstaunlich gut, weil ihre leichte Säure einen schönen Gegensatz zum süßen, nussigen Kuchen bildet.
Im Sommer würde ich beispielsweise Himbeeren dazu servieren.
Im Herbst und Winter passt der Kuchen dagegen perfekt so, wie er ist. Kaffee, Schokolade, Nüsse und Zimt haben ohnehin etwas Gemütliches.
Aufbewahren lässt er sich ebenfalls problemlos. Vollständig ausgekühlt und gut abgedeckt bleibt er mehrere Tage angenehm saftig. Ich würde angeschnittene Stellen möglichst abdecken, damit dort nicht unnötig Feuchtigkeit verloren geht.
Und genau diese Haltbarkeit macht ihn zu einem guten Kuchen, wenn Besuch angekündigt ist.
Man muss nicht am selben Morgen hektisch anfangen zu backen. Einfach einen Tag vorher vorbereiten, auskühlen lassen und glasieren. Am nächsten Tag steht der Kuchen fertig auf dem Tisch und schmeckt häufig sogar besser.
Falls etwas übrig bleibt, kann man einzelne Stücke auch einfrieren. Ich würde sie dafür luftdicht verpacken und später bei Raumtemperatur auftauen lassen.
Für eine kleinere Form sollte man mit der Teigmenge übrigens vorsichtig sein. Das Rezept ergibt ordentlich Teig. Eine große Gugelhupfform ist deshalb sinnvoll. Die Form sollte nicht bis unmittelbar an den Rand gefüllt werden, denn der Kuchen geht durch das Backpulver noch auf.
Bleibt Teig übrig, würde ich daraus lieber ein paar Muffins backen, statt die Form zu überfüllen.
Und wenn der Kuchen einmal nicht ganz so saftig geworden ist wie erhofft, liegt es meistens gar nicht am Rezept. Häufig war er schlicht ein wenig zu lange im Ofen. Backöfen unterscheiden sich stärker, als man denkt. Bei dem einen ist der Kuchen nach 45 Minuten fertig, beim nächsten braucht er tatsächlich fast eine Stunde.
Deshalb ist die Stäbchenprobe wichtiger als eine minutengenaue Angabe.
Ich mag solche Rezepte gerade deshalb, weil sie nach ein- oder zweimal Backen praktisch von selbst funktionieren. Man kennt seine Form, kennt seinen Ofen und weiß irgendwann genau, wann der Kuchen herausmuss.
Und obwohl die Zutatenliste zunächst etwas ungewöhnlich wirkt, ist die Zubereitung im Grunde ein klassischer Rührkuchen: Butter und Zucker aufschlagen, Eier hinein, trockene Zutaten dazu, Nüsse und Kaffee unterrühren, backen und glasieren.
Mehr ist es nicht.
Das Ergebnis ist allerdings wesentlich aromatischer als ein einfacher Schokokuchen. Der Kaffee macht ihn kräftig, die Nüsse sorgen für eine weiche, saftige Krume und der Zimt gibt ihm diesen Geschmack, bei dem man beim ersten Stück nicht sofort sagen kann, was eigentlich anders ist.
Genau solche Kuchen verschwinden bei uns meistens schneller als die aufwendigen Torten.
Und falls tatsächlich ein Stück für den nächsten Morgen übrig bleibt: Zum ersten Kaffee des Tages schmeckt dieser Gugelhupf fast noch besser als am Nachmittag zuvor.

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