Es gibt Frühstücksrezepte, bei denen schon der Duft aus dem Ofen dafür sorgt, dass plötzlich alle in der Küche stehen. Genau so ist es bei diesem Frühstücksauflauf mit Tater Tots. Außen bekommt er diese herrlich goldbraunen, knusprigen Kartoffelstücke, darunter verstecken sich würzige Bratwurst, geschmolzener Käse und eine weiche Eiermasse. Einfaches Essen, aber unglaublich gemütlich und sättigend.
Ich mag solche Aufläufe besonders am Wochenende. Unter der Woche reicht morgens meistens etwas Schnelles, doch wenn wir alle etwas später frühstücken oder Besuch zum Brunch kommt, darf es ruhig etwas Besonderes sein. Und besonders bedeutet für mich nicht, dass ich dafür zwei Stunden in der Küche stehen möchte.
Dieser Auflauf lässt sich wunderbar vorbereiten, braucht keine ausgefallenen Zutaten und kommt anschließend einfach in den Backofen. Während er dort langsam goldbraun wird, kann man Kaffee kochen, den Tisch decken und sich um alles andere kümmern.
Tater Tots sind bei uns zwar nicht ganz so alltäglich wie in den USA, im Grunde handelt es sich aber einfach um kleine, vorgeformte Kartoffelstücke aus geriebenen Kartoffeln. Wer keine findet, kann das Rezept auch mit kleinen Kartoffelröstis oder ähnlichen tiefgekühlten Kartoffelprodukten ausprobieren.
Das Entscheidende ist die Kombination: Kartoffeln, Eier, würzige Wurst und ordentlich Käse. Viel kann dabei eigentlich nicht schiefgehen.
Zutaten
Für eine große Auflaufform, etwa 23 × 33 cm:
800–900 g tiefgekühlte Tater Tots
500 g grobe Bratwurst oder Frühstückswürstchen
8 Eier
500 ml Milch
200 g geriebener Cheddar
100 g geriebener Mozzarella
1 kleine Zwiebel
1/2 TL Knoblauchpulver
1/2 TL Zwiebelpulver
1 TL Salz
1/2 TL schwarzer Pfeffer
etwas Butter oder Öl für die Form
1 kleine rote Paprika
2 Frühlingszwiebeln
etwas Schnittlauch oder Petersilie
eine Prise Paprikapulver
etwas zusätzlicher Käse für die Oberfläche
Zubereitung
Den Backofen zunächst auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Eine große Auflaufform leicht mit Butter oder Öl einfetten. Gerade an den Rändern sollte man dabei nicht sparen, denn dort setzen sich Käse und Eier später besonders gerne fest.
Die Zwiebel schälen und fein würfeln. Falls Paprika verwendet wird, ebenfalls klein schneiden.
Nun die Bratwürste aus der Pelle drücken. Das Wurstbrät in eine große Pfanne geben und bei mittlerer bis kräftiger Hitze anbraten. Dabei mit einem Kochlöffel immer wieder auseinanderdrücken, sodass kleine Stückchen entstehen.
Die Zwiebel dazugeben und einige Minuten mitbraten. Das Fleisch sollte am Ende schön gebräunt sein. Hat sich sehr viel Fett in der Pfanne gesammelt, gieße ich einen Teil davon ab. Ein wenig darf ruhig bleiben, denn es bringt Geschmack in den Auflauf.
Jetzt kommen die Tater Tots ins Spiel. Etwa zwei Drittel davon verteile ich auf dem Boden der vorbereiteten Auflaufform. Sie müssen nicht vollkommen ordentlich nebeneinanderliegen. Gerade dieser etwas rustikale Aufbau macht den Auflauf später so schön.
Die gebratene Wurst-Zwiebel-Mischung gleichmäßig darüber verteilen.
Anschließend Cheddar und Mozzarella miteinander vermischen und ungefähr zwei Drittel des Käses über die Wurst geben. Wer Paprika oder Frühlingszwiebeln verwenden möchte, kann sie jetzt ebenfalls darüberstreuen.
In einer großen Schüssel die Eier aufschlagen. Milch, Salz, Pfeffer, Knoblauchpulver und Zwiebelpulver dazugeben und alles mit einem Schneebesen gründlich verrühren. Man muss die Mischung nicht minutenlang schaumig schlagen. Es reicht, wenn Eiweiß, Eigelb und Milch gut miteinander verbunden sind.
Die Eiermilch langsam und möglichst gleichmäßig über den Auflauf gießen. Ich mache das nicht alles an einer Stelle, sondern verteile sie über die gesamte Form. So gelangt die Flüssigkeit zwischen Kartoffeln, Fleisch und Käse.
Nun die restlichen Tater Tots oben verteilen. Einige dürfen ruhig etwas aus der Eiermasse herausragen. Genau diese Stücke werden später besonders schön knusprig.
Zum Schluss den restlichen Käse darüberstreuen.
Die Auflaufform auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens stellen und den Frühstücksauflauf ungefähr 45–55 Minuten backen.
Die genaue Zeit hängt etwas von der Höhe der Form und vom Backofen ab. Nach etwa 40 Minuten schaue ich zum ersten Mal hinein. Die Oberfläche sollte goldbraun aussehen, der Käse geschmolzen sein und die Eiermasse in der Mitte nicht mehr flüssig wirken.
Wenn die Kartoffeln noch etwas mehr Farbe vertragen können, lasse ich den Auflauf weitere fünf bis zehn Minuten backen.
Wird der Käse dagegen schon sehr dunkel, während die Mitte noch nicht vollständig gestockt ist, kann man die Form locker mit Alufolie abdecken und fertig backen.
Nach dem Backen sollte man sich noch ungefähr 10 Minuten gedulden. Direkt aus dem Ofen ist die Eiermasse sehr weich. Beim kurzen Ruhen wird der Auflauf stabiler und lässt sich anschließend wesentlich schöner portionieren.
Dann einfach in großzügige Stücke schneiden und warm servieren.
Warum dieser Auflauf bei uns so gut ankommt
Ich glaube, es liegt vor allem an den unterschiedlichen Konsistenzen. Oben sitzen die knusprigen Kartoffelstücke, dazwischen findet man geschmolzenen Käse und würzige Wurst, während die Eier alles miteinander verbinden.
Gerade die Tater Tots machen den Unterschied zu einem normalen Eierauflauf. Einige liegen vollständig in der Eiermasse und werden weich und saftig, andere ragen oben heraus und bekommen eine goldbraune Kruste.
Wenn Kinder mitessen, nehme ich meistens eine milde Bratwurst. Für Erwachsene darf es ruhig eine kräftigere oder leicht scharfe Variante sein. Auch etwas geräuchertes Paprikapulver passt sehr gut dazu.
Beim Käse bin ich ebenfalls nicht besonders streng. Cheddar bringt einen kräftigen Geschmack und eine schöne Farbe, Mozzarella sorgt dagegen für die typische weiche, geschmolzene Käsekonsistenz. Gouda, Emmentaler oder Bergkäse funktionieren genauso.
Man kann also problemlos verwenden, was gerade im Kühlschrank liegt.
Auch Gemüse lässt sich wunderbar unterbringen. Kleine Paprikawürfel, Champignons oder Frühlingszwiebeln passen sehr gut. Bei wasserreichem Gemüse würde ich es allerdings vorher kurz anbraten. Sonst gibt es beim Backen zu viel Flüssigkeit ab und der Auflauf wird unnötig weich.
Wer es etwas leichter möchte, kann die Menge der Wurst reduzieren und dafür mehr Gemüse hineingeben. Ich würde allerdings nicht zu viele zusätzliche Zutaten verwenden. Das Gericht lebt gerade von seiner einfachen Kombination aus Kartoffeln, Ei, Wurst und Käse.
Sehr lecker ist auch eine Variante mit Schinken. Dafür braucht man überhaupt nichts anzubraten: Schinken würfeln, über den Kartoffeln verteilen, Käse und Eiermasse darübergeben und backen.
Perfekt zum Vorbereiten
Das ist wahrscheinlich einer der größten Vorteile dieses Frühstücksauflaufs. Wenn morgens Besuch kommt, möchte niemand schon um sechs Uhr Zwiebeln schneiden und Wurst braten.
Deshalb kann man einen großen Teil bereits am Vorabend vorbereiten. Die Wurst anbraten, Zwiebeln schneiden und den Käse reiben. Alles getrennt abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und morgens nur noch zusammensetzen.
So bleiben die Tater Tots bis zum Backen gefroren und werden auf der Oberfläche besonders schön.
Reste schmecken übrigens auch am nächsten Tag noch gut. Nach dem Abkühlen kommen sie abgedeckt in den Kühlschrank. Zum Aufwärmen bevorzuge ich den Backofen oder die Heißluftfritteuse gegenüber der Mikrowelle, weil die Kartoffeln dadurch wieder etwas knuspriger werden.
Zum Servieren braucht dieser Auflauf eigentlich nicht viel. Für einen großen Sonntagsbrunch stelle ich gerne einen einfachen grünen Salat, Tomaten, Gurken und frisches Obst daneben. Ein Klecks Kräuterquark oder eine leicht pikante Sauce passt ebenfalls hervorragend.
Und natürlich gehört für mich eine große Tasse Kaffee dazu.
Das Schöne an diesem Rezept ist, dass niemand merkt, wie wenig Arbeit eigentlich dahintersteckt. Auf dem Tisch steht eine große, goldbraune Auflaufform, es duftet nach gebratenen Kartoffeln, Wurst und Käse und jeder kann sich einfach ein Stück nehmen.

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