Legt man ein Stück unter eine Orchidee, wachsen 100 neue Triebe und sie blüht das ganze Jahr über!
Diese Schlagzeile mag wie ein wahres Wunder klingen, wie wir es von verführerischen Videos in den sozialen Medien kennen, aber betrachten wir die Sache einmal aus einer realistischen Perspektive, wie es in der Welt des Gärtnerns üblich ist.
Es gibt kein Wundermittel oder spezielles Mittel, das garantiert, dass eine Orchidee 100 neue Triebe bildet und 365 Tage im Jahr ununterbrochen blüht. Orchideen benötigen ihre natürliche Ruhephase, um wieder zu blühen.
Online-Rezepte, die diesen „Trick“ versprechen, erwähnen jedoch meist eines der folgenden drei Dinge. Hier ist ein Überblick darüber, was man unter Orchideen legt und wie es in der Praxis funktioniert:
1. Eiswürfel
- Was ist der Mythos? Legt man pro Woche einen Eiswürfel auf das Substrat, wird die Orchidee perfekt bewässert und blüht üppig.
- Die Realität sieht so aus: Eis verhindert zwar Staunässe (die häufigste Todesursache bei Orchideen), aber es handelt sich um tropische Pflanzen. Längerer Kontakt mit Eiswasser kann die Wurzeln schädigen. Eine klassische, lauwarme Dusche oder das Einweichen des Topfes in stehendem Wasser ein- bis zweimal pro Woche ist viel besser.
2. Eine Knoblauchzehe (oder Knoblauchwasser)
- Was ist der Mythos? Knoblauch regt das Wachstum von Dutzenden neuer Triebe an.
- Knoblauch enthält Schwefel und besitzt starke antiseptische und antibakterielle Eigenschaften. Er wirkt vor allem vorbeugend gegen Pilze und Schädlinge und kann das Pflanzenwachstum leicht anregen (als schwaches Stimulans). Ein explosionsartiges Wachstum hunderter Triebe wird jedoch sicherlich nicht verursacht.
3. Bananenschale (oder ein Stück Hefe)
- Was ist der Mythos? Man legt einfach ein Stück unter die Wurzeln, und die Orchidee wird das ganze Jahr über mit Nährstoffen versorgt.
- Tatsächlich sind Bananenschalen reich an Kalium und Phosphor, Nährstoffen, die die Blütenbildung fördern. Hefe enthält B-Vitamin. Gibt man sie jedoch roh direkt in den Blumentopf, verfaulen sie, schimmeln und ziehen Fliegen an. Viel sicherer ist es, daraus einen schwachen Extrakt (Dünger) herzustellen, mit dem man die Orchidee gelegentlich gießen kann.
Möchten Sie, dass Ihre Orchidee richtig gut gedeiht?
Anstelle von „Wunderheilungen“ sind sie die meisten von Folgendem:
- Das richtige Licht: Ausreichend diffuses Licht (idealerweise ein nach Osten oder Westen ausgerichtetes Fensterbrett). Ohne Licht blüht die Orchidee nicht, selbst wenn man etwas darunterstellt.
- Temperaturunterschied: Um einen Trieb zu bilden, muss eine Orchidee im Herbst mehrere Wochen lang nachts einen leichten Temperaturabfall (etwa 3 bis 5 °C niedriger als tagsüber) verkraften.
- Richtiges Gießen: Gießen Sie erst, wenn die Wurzeln im transparenten Topf grau werden. Solange sie grün sind, ist noch genügend Wasser vorhanden.
Wollen Sie eine Orchidee retten, die nicht blühen will, oder suchen Sie einfach nur nach Möglichkeiten, die Blüten so lange wie möglich frisch zu halten?






