Wäschst du deine Bettwäsche immer bei 60 Grad? Warum das nicht in jedem Haushalt die beste Wahl ist
Jahrelang habe ich bei Bettwäsche überhaupt nicht nachgedacht. Laken abziehen, Bezüge in die Maschine, Waschmittel dazu und automatisch das 60-Grad-Programm auswählen. So hatte ich es von zu Hause gelernt und so machte ich es später selbst. Bettwäsche muss schließlich hygienisch sauber werden – und je heißer das Wasser, desto sauberer die Wäsche. Zumindest war ich davon überzeugt.
Bis ich eines Tages bei einer Freundin zu Besuch war und ihr beim Aufräumen half. Sie stopfte gerade einen großen Berg Bettwäsche in die Waschmaschine und stellte ganz selbstverständlich 40 °C ein. Ich fragte sofort: „Nur 40 Grad? Bei Bettwäsche?“
Sie sah mich ziemlich verwundert an und meinte, dass sie ihre normale Bettwäsche schon seit Jahren meistens bei 40 Grad wasche. 60 Grad verwende sie nur in bestimmten Situationen. Ihre Bettwäsche roch frisch, sah sauber aus und hielt teilweise schon viele Jahre.
Das hat mich neugierig gemacht. Also begann ich genauer hinzusehen – und stellte schnell fest, dass die einfache Regel „Bettwäsche muss grundsätzlich bei 60 Grad gewaschen werden“ viel zu pauschal ist.
Genauso falsch wäre allerdings die Behauptung, 40 Grad seien immer die perfekte Temperatur.
Denn die sinnvollste Waschtemperatur hängt davon ab, aus welchem Material die Bettwäsche besteht, wie stark sie verschmutzt ist, wer darin schläft und ob besondere hygienische Anforderungen bestehen.
Warum wir Bettwäsche überhaupt regelmäßig waschen sollten
Auch wenn ein Bett nach einigen Nächten noch vollkommen sauber aussieht, passiert während des Schlafens erstaunlich viel.
Wir schwitzen, verlieren Hautschuppen und Haare und hinterlassen Körperfette sowie Rückstände von Cremes und anderen Pflegeprodukten. Wer Haustiere mit ins Bett lässt, bekommt zusätzlich Haare und weiteren Schmutz auf die Textilien.
Das alles sammelt sich nach und nach in Bettlaken, Kissen- und Deckenbezügen.
Deshalb ist regelmäßiges Waschen wichtig. Nur bedeutet „regelmäßig und gründlich“ eben nicht automatisch „immer möglichst heiß“.
Moderne Waschmittel und Waschmaschinen reinigen heute schon bei niedrigeren Temperaturen sehr effektiv. Für normal benutzte Bettwäsche eines gesunden Haushalts können daher häufig 40 °C ausreichend sein, sofern das Pflegeetikett dies erlaubt und ein geeignetes Waschmittel verwendet wird.
Es gibt jedoch Situationen, in denen 60 °C weiterhin sinnvoll oder empfehlenswert sind.
Und genau dieser Unterschied ist entscheidend.
Wann 40 Grad meistens ausreichen können
Wenn niemand im Haushalt krank ist, keine besonderen hygienischen Anforderungen bestehen und die Bettwäsche normal benutzt wurde, wasche ich viele Bezüge inzwischen bei 40 °C.
Das gilt besonders für farbige Bettwäsche.
Der Vorteil ist offensichtlich: Niedrigere Temperaturen beanspruchen viele Textilien weniger stark. Farben können länger schön bleiben und empfindlichere Fasern werden geschont.
Außerdem benötigt das Erhitzen des Wassers einen erheblichen Teil der Energie eines Waschgangs. Eine niedrigere Waschtemperatur kann deshalb Energie sparen.
Aber ich mache daraus keine starre Regel.
Vor dem Waschen schaue ich grundsätzlich auf das Pflegeetikett. Wenn ein Hersteller beispielsweise maximal 40 °C empfiehlt, würde ich die Bettwäsche nicht regelmäßig bei 60 °C waschen, nur weil ich das irgendwann einmal so gelernt habe.
Umgekehrt bedeutet ein 60-Grad-Symbol nicht, dass die Bettwäsche jedes einzelne Mal zwingend bei dieser Temperatur gewaschen werden muss. Es zeigt zunächst, welche Behandlung das Textil verträgt.
Wann ich weiterhin 60 Grad wählen würde
Es gibt Situationen, in denen ich bei Bettwäsche nicht unbedingt auf möglichst niedrige Temperaturen setzen würde.
Bei Krankheit im Haushalt kann eine hygienischere Wäsche sinnvoll sein. Das gilt je nach Situation auch bei bestimmten Allergien, stärkerer Verschmutzung oder wenn Bettwäsche besonderen Belastungen ausgesetzt war.
Auch Handtücher und bestimmte weiße Baumwolltextilien waschen viele Haushalte aus hygienischen Gründen regelmäßig bei 60 °C.
Bei Hausstaubmilbenallergien können höhere Waschtemperaturen ebenfalls eine Rolle spielen. Hier sollte man sich an individuelle medizinische Empfehlungen und die Angaben für spezielle Allergiker-Bettwäsche halten.
Und natürlich muss das Material die Temperatur vertragen.
Ein robuster weißer Baumwollbezug ist etwas völlig anderes als empfindliche Satin-, Seiden- oder Mischgewebe.
Deshalb gibt es meiner Meinung nach keine einzige „beste Temperatur“ für jede Bettwäsche.
Die bessere Regel lautet:
So warm wie für die jeweilige Situation nötig – aber nicht automatisch heißer als notwendig.
Der Fehler, den ich früher ständig gemacht habe
Interessanterweise war meine Waschtemperatur wahrscheinlich gar nicht mein größtes Problem.
Ich habe die Waschmaschine regelmäßig viel zu voll gemacht.
Man kennt es: Bettwäsche nimmt enorm viel Platz ein. Also drückt man noch das zweite Spannbettlaken hinein, entdeckt einen freien Zentimeter und stopft noch zwei Handtücher hinterher.

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