Manchmal kann man sich einfach nicht entscheiden: Soll es heute Pizza geben oder doch lieber einen richtig schönen, heißen Auflauf? Genau für solche Tage ist dieser Peperoni-Pizza-Auflauf wie gemacht. Er verbindet nämlich das Beste aus beiden Welten. Würzige Tomatensoße, saftiges Hackfleisch, Nudeln, reichlich geschmolzener Käse und obenauf knusprig gebackene Peperoniwurst – schon beim Blick in die Auflaufform bekommt man Appetit.
Bei uns sind solche unkomplizierten Ofengerichte besonders unter der Woche beliebt. Man braucht keine außergewöhnlichen Zutaten, kann vieles vorbereiten und muss nicht eine Stunde lang neben dem Herd stehen. Sobald der Auflauf im Backofen ist, hat man Zeit, die Küche aufzuräumen, einen kleinen Salat vorzubereiten oder einfach schon einmal den Tisch zu decken.
Das Schönste kommt ohnehin zum Schluss: Wenn man die Auflaufform aus dem Ofen holt und der Käse noch richtig heiß ist und Fäden zieht. Die Peperonischeiben werden an den Rändern leicht knusprig, während die Nudeln darunter die würzige Tomatensoße aufgenommen haben. Genau so muss ein unkompliziertes Familienessen für mich sein.
Und keine Sorge: Mit der klassischen amerikanischen „Pepperoni Pizza“ ist hier keine scharfe Gemüse-Peperoni gemeint. Gemeint ist eine würzige Salami beziehungsweise Peperoniwurst. Wer es typisch deutsch halten möchte, kann deshalb problemlos eine kräftige Salami verwenden.
Zutaten
für eine große Auflaufform
Für etwa 5–6 Portionen:
400 g kurze Nudeln, zum Beispiel Penne oder Rigatoni
500 g Rinderhackfleisch
150–200 g Peperoniwurst oder würzige Salami
1 große Zwiebel
2 Knoblauchzehen
1 rote Paprika
1 kleine grüne Paprika
500 ml passierte Tomaten
2 EL Tomatenmark
100 ml Wasser oder Brühe
1 TL Oregano
1 TL Basilikum
1/2 TL Paprikapulver
Salz
schwarzer Pfeffer
250 g geriebener Mozzarella
100 g geriebener Gouda
2 EL geriebener Parmesan
etwas Öl für die Pfanne
etwas Butter oder Öl für die Auflaufform
Wer besonders viel Käse mag, kann ohne Probleme noch 50–100 g zusätzlichen Mozzarella verwenden. Bei diesem Auflauf darf die Käsekruste ruhig etwas großzügiger ausfallen.
Zubereitung
Zuerst die Nudeln in reichlich Salzwasser kochen. Dabei empfehle ich, sie ungefähr zwei Minuten kürzer zu garen, als auf der Packung angegeben ist. Sie kommen anschließend noch in den Backofen und nehmen dort zusätzlich Flüssigkeit aus der Soße auf. Sind die Nudeln vorher bereits ganz weich, können sie später schnell zu weich werden.
Die Nudeln abgießen und kurz beiseitestellen.
Währenddessen Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Die Paprikaschoten waschen, entkernen und in kleine Stücke schneiden.
Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und das Hackfleisch darin kräftig anbraten. Dabei mit einem Kochlöffel zerteilen, sodass schöne kleine Stückchen entstehen. Sobald das Fleisch Farbe bekommen hat, die gehackte Zwiebel hinzufügen und einige Minuten mitbraten.
Anschließend Knoblauch und Paprika dazugeben.
Alles weitere 3–4 Minuten braten. Die Paprika muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht vollständig weich sein, denn auch sie gart später im Backofen weiter.
Nun das Tomatenmark einrühren und ungefähr eine Minute mitrösten. Dadurch bekommt die Soße einen kräftigeren Geschmack.
Die passierten Tomaten sowie etwa 100 ml Wasser oder Brühe hinzufügen. Oregano, Basilikum und Paprikapulver einrühren und die Soße mit Salz und schwarzem Pfeffer abschmecken.
Die Hitze reduzieren und alles ungefähr 8–10 Minuten leicht köcheln lassen.
Währenddessen den Backofen auf 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen.
Eine große Auflaufform leicht einfetten.
Jetzt die gekochten Nudeln unter die Hackfleisch-Tomatensoße mischen. Etwa die Hälfte der Peperoni- oder Salamischeiben klein schneiden und ebenfalls unterheben. Dadurch befindet sich die würzige Wurst später nicht nur oben auf dem Auflauf, sondern auch zwischen den Nudeln.
Etwa die Hälfte der Nudel-Hackfleisch-Mischung in die Auflaufform geben und glatt verteilen.
Mit einem Teil des Mozzarellas und Goudas bestreuen.
Danach die restliche Nudelmasse darauf verteilen und mit dem übrigen Käse bedecken. Zum Schluss die restlichen Peperoni- oder Salamischeiben großzügig auf der Oberfläche verteilen.
Wer möchte, streut noch etwas Parmesan darüber. Gerade auf den Salamischeiben sorgt er beim Backen für eine wunderbar würzige Oberfläche.
Die Auflaufform auf die mittlere Schiene des vorgeheizten Backofens stellen und den Peperoni-Pizza-Auflauf ungefähr 20–25 Minuten backen.
Er ist fertig, wenn die Soße am Rand leicht blubbert, der Käse vollständig geschmolzen ist und einige Stellen bereits goldbraun werden.
Wer eine kräftigere Käsekruste mag, kann für die letzten 2–3 Minuten vorsichtig die Grillfunktion einschalten. Dabei aber unbedingt am Backofen bleiben – zwischen goldbraun und verbrannt liegen beim Grillen manchmal nur wenige Augenblicke.
Nach dem Backen den Auflauf etwa 5 Minuten stehen lassen. Direkt aus dem Ofen ist die Käse-Tomaten-Mischung extrem heiß und außerdem lässt sich der Auflauf nach einer kurzen Ruhezeit wesentlich schöner portionieren.
Warum dieser Auflauf so gut funktioniert
Der entscheidende Punkt ist die Kombination aus Nudeln und einer ausreichend kräftigen Soße. Die Nudeln nehmen beim Backen einen Teil der Tomatensoße auf und bekommen dadurch viel Geschmack. Gleichzeitig sorgen Hackfleisch und Käse dafür, dass das Gericht richtig herzhaft und sättigend wird.
Oben passiert währenddessen etwas ganz anderes. Der Mozzarella schmilzt, der Gouda bekommt Farbe und die Peperoni- beziehungsweise Salamischeiben werden an den Rändern leicht knusprig. Genau dadurch erinnert die Oberfläche tatsächlich ein wenig an eine frisch gebackene Pizza.
Bei der Wurst kann man das Rezept wunderbar an den eigenen Geschmack anpassen. Wer es mild mag, verwendet normale Salami. Für etwas mehr Würze eignet sich eine pikante Paprikasalami. Wer gerne scharf isst, kann zusätzlich einige Jalapeño-Ringe auf dem Käse verteilen.
Auch bei der Paprika muss man sich nicht genau an die Mengen halten. Rote Paprika bringt etwas Süße mit, grüne Paprika schmeckt kräftiger. Champignons passen ebenfalls hervorragend dazu. Wichtig ist lediglich, sehr wasserreiches Gemüse nicht in riesigen Mengen hinzuzufügen, damit der Auflauf nicht zu flüssig wird.
Für einen besonders saftigen Auflauf sollte man außerdem mit der Soße nicht zu sparsam sein. Im ersten Moment kann die Mischung sogar ein wenig zu soßig wirken. Nach 20 Minuten im Backofen sieht das meistens schon ganz anders aus, weil die Nudeln noch Flüssigkeit aufnehmen.
Dazu braucht es eigentlich nicht viel. Ein einfacher grüner Salat mit Essig-Öl-Dressing passt hervorragend und bringt etwas Frische auf den Teller. Wer richtig großen Hunger hat, kann zusätzlich Knoblauchbrot servieren.
Auch am nächsten Tag schmeckt der Peperoni-Pizza-Auflauf noch richtig gut. Reste vollständig abkühlen lassen, abgedeckt im Kühlschrank aufbewahren und später portionsweise wieder gründlich erhitzen. Gerade dann haben die Nudeln besonders viel von der würzigen Soße aufgenommen.
Für eine größere Runde lässt sich das Rezept ebenfalls problemlos vorbereiten. Die Nudel-Hackfleisch-Mischung in die Form geben, Käse und Salami darauf verteilen, abdecken und bis zum Backen kühl stellen. Wird der Auflauf direkt aus dem Kühlschrank in den Ofen gegeben, kann sich die Backzeit etwas verlängern.
Das ist eines dieser Rezepte, bei denen man nicht viel falsch machen kann. Es ist herzhaft, unkompliziert und lässt sich je nach Kühlschrankinhalt immer wieder etwas verändern. Und wenn am Ende die Auflaufform mit knuspriger Salami und einer dicken Schicht geschmolzenem Käse auf dem Tisch steht, interessiert sowieso niemanden mehr, ob man ursprünglich Pizza oder Nudeln zum Abendessen geplant hatte.

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